Larp-Leiche

Manchmal braucht man einfach eine Leiche.


Sei es, dass man sich nicht auf die unbeliebteste Person der SL einigen konnte, die dann 3 Tage lang bewegungslos auf ihre Entdeckung durch die Spieler warten muss, oder weil man einfach einen ambientigen Galgen hat, an dem dann auch was hängen soll.
Auch als Zielscheibe im Orklager macht sich ein Körper sicherlich gut.
Die hier beschriebene "Larp-leiche" eignet sich für sowas hervorragend, insbesondere, da sie "Gelenke" hat und somit anatomisch korrekt im Wind schaukeln kann.

Pimp-my-leiche:
Recht einfach lassen sich auch LEDs als Augen einbauen. Wenn man nun in die Stromzufuhr wei Metalllaschen einbaut, zwischen denen z.B. ein Dolch den Stromfluss unterbricht, bekommt man einen recht netten Effekt, wenn ein Spieler unvorsichtigerweise den Dolch herauszieht:
Die Augen fangen an zu leuchten und wahrscheinlich wird er sich auch ohne Zettel an der Leiche bei der SL melden...
Als erstes Zeichnet man sich die Einzelteile auf Packpapier (ist wesentlich billiger als Schnittusterpapier, und bei diesem Teil kommt es auf Genauigkeit nicht an). Die aufgezeichneten Teile sind übrigends noch nicht vollständig; zu Torso und Ober- und Unterschenkel kommen noch 10 bzw. 6 cm breite Streifen, die einmal um die Teile herumreichen müssen.

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Danach werden die Teile ausgeschnitten. Man sieht sehr schön Torso, Kopf, je einmal Ober- und Unterschenkel und einmal Ober- und Unterarm.
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Die Teile werden jetzt auf möglichst billigen, doppelt gelegten Baumwollstoff (z.B. Ditte aus dem schwedischen Möbelhaus) gelegt und abgezeichnet.
Denkt dran, dass ihr die Schenkel- und Armteile jeweils zweimal braucht. Eine gute Idee ist es, die Einzelteile zu beschriften (OA=Oberarm etc.)... ungefüllt sehen die nämlich alle recht gleich aus.

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Die Armteile sind in der Regel dünner (es sei denn, ihr wolt den Körper eines Bodybuilders oder Schmiedes nachbilden), daher können Ober- und Unterseite direkt zusammengenäht werden.
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Gefüllt wird die Leiche in diesem Falle mit Schaumstoff. Normalerweise wird dafür zusammengeknülltes Zeitungspapier verwendet; nur sollte diese Leiche in einer Kiste unter Wasser gefunden werden, somit schied Papier als Füllmaterial aus. Pappmaché macht sich schlecht als Leiche.
Die Schaumstoffstücke (alte Sesselauflagen und Reststücke aus dem Baumarkt) werden in Würfel geschnitten. Es macht Sinn, dazu ein scharfes Messer zu verwenden, dass alle paar Minuten mit einem Wetzstahl nachgeschärft wird; ansonsten verbrät man für 50 Abbrechklingen.

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Danach werden erstmal die Arme gefüllt. Geschlossen habe ich sie nachher alle nacheinander.
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Beim Zusammennähen der grösseren Teile (Torso, Oberschenkel) wird ein Stoffstreifen seitlich an das Oberteil genäht. Sinnvoll ist es, den Stoffstreifen wesentlich länger zu wählen als den Umfang des Oberteiles und erst nachher zu kürzen. Der Streifen wird nicht ganz um die Aussenkante genäht, es muss noch Platz für den Eingriff zum Füllen bleiben. Z. B. die Oberkante des Unterschenkels lasse ich in der Regel offen.
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An den Ecken erleichtert man sich die Arbeit, wenn man bis zur Ecke näht, den Stoffstreifen bis zur Nahr einschneidet und dann erst weiternäht.
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Danach wird Das Unterteil passend angenäht; das ist ein wenig fummelig, aber es muss ja wie gesagt nicht allzu genau sein. Nachher hat man einen "Beutel" in Unterschenkelform, der gefüllt werden kann.

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Das gleiche macht man mit den anderen Teilen. Beim Kopf hier sieht man sehr schön den Teil des Stoffstreifens, der nach dem Füllen zum Verschliessen verwendet wird.
Die Teile werden gefüllt und die Öffnungen per Hand vernäht. Das wird in der Regel nicht so schön gehen, daß der Lappen exakt angenäht werden kann. Irgenwie zu reicht schon.

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Und ungefähr so sieht der Fertige Körper in Einzelteilen aus.
Leider habe ich keine Bilder vom Zusammenbau, da sich die Leiche in Einzelteilen wesentlich besser transportieren lässt und sie somit erst im Spielgebiet zusammengebaut wurde.
Verbunden werden die einzelnen Teile, indem man ein Loch durch die Stoffschichten an den "Gelenkstellen" sticht und jeweils zusammengehörige Teile mit Schnur zusammenknotet. Ausreichendes anatomisches Wissen dafür sollte eigentlich jeder haben ;)
Danach kann man noch ein Gesicht aufmahlen oder eine Maske aufsetzen. Unbedingt muss die Leiche auch noch angezogen werden.
Haare lassen sich hervorragend aus Wolle auf den Kopf nähen, ansonsten tut's auch die ab Werk vorhandene Glatze oder eine Gugel.

Besonders nett wirken diese Leichen übrigends, wenn sie an einer dunklen Stelle, an der es ein wenig windet, am Halse aufgehängt werden ;)




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